In Gegensätzen miteinander - Beziehung im Sozialen pflegen

Bericht aus Trittau Online – Facebook

14. Hermann Jülich Lauf & Frühlingsfest

Köthel – Am heutigen Samstag war bei der Hermann Jülich Werkgemeinschaft in Köthel wieder ordentlich was los. Nicht nur das traditionelle Frühlingsfest wurde gefeiert, es wurde auch kräftig gelaufen. Insgesamt hatten sich im Vorwege über 360 Menschen für den Lauf angemeldet. Die große Überschrift für dieses Event hieß wieder „Inklusion“. Körperlich, oder geistig benachteiligte Menschen, liefen mit nicht benachteiligten Menschen. Dies ist als wichtiger Ansatz, um etwaige Bedenken, oder gar Vorurteile aus dem Weg zu schaffen, zu verstehen. Bevor es jedoch losging, wurde mit kräftigen Zumba Rhythmen der Körper in Schwung gebracht. Gestartet wurde in mehreren Disziplinen. Als Erstes legten die kleinsten beim „Bambinilauf“ los. Für die 600 Meter Distanz hatten sich 19 Kinder angemeldet. Die jüngsten waren dabei grade erst 3 Jahre alt. Am anderen Ende der Altersklassen stand der im Jahre 1940 geborene Jürgen Holm, er startete natürlich bei einem der anderen Läufe. Als die Lütten alle wieder wohlbehalten im Ziel angekommen waren, folgte der sogenannte Schülerlauf. Hierfür hatten sich 39 Schüler gemeldet. Für diese Truppe war eine Strecke von zwei Kilometern zurückzulegen. Als Nächstes gingen die 10 Kilometer Läufer, gefolgt von den 5 Kilometer Läufern an den Start. Beide Gruppen hatten zusammengefasst eine Größe von stattlichen 180 Personen. Abschließend machten sich noch 123 Walker auf den Weg ihre fünf oder zehn Kilometer zu absolvieren. Ohne Verluste oder große Blessuren kamen alle Teilnehmer munter im Ziel an, wo anschließend bei Livemusik und wunderbaren Köstlichkeiten gefeiert wurde.

Als Besucher der Hermann Jülich Werkgemeinschaft spürt man sofort, dass dieser Ort von einer herzlichen Aura umgeben ist. Die Bewohner, sowie die Mitarbeiter, lassen so manch eine Unwegsamkeit des eigenen Alltags plötzlich absolut unwichtig erscheinen. „Es macht mir richtig Spaß hier mit tollen Leuten zu leben,“ verriet uns die Bewohnerin Svenja, mit einem Lächeln auf den Lippen. Diese Aussage fand in vielen Gesichtern einen zustimmenden Ausdruck. Insgesamt Leben in der Einrichtung in Köthel 31 Menschen. Sie wohnen alle in ihren eigenen kleinen Wohneinheiten und begehen jeden Tag gemeinsam. Ob in der Tischlerei, der Gärtnerei oder in der Küche. Alle haben ihren eigenen Aufgabenbereich, den sie gewissenhaft ausüben. In der Gärtnerei wird beispielsweise das ganze Jahr hindurch Bio-Gemüse angebaut. Hierzu stehen Gewächshäuser mit eine Gesamtfläche von 3000qm zur Verfügung. In der Werkstatt werden viele Dinge des täglichen Lebens hergestellt. Begleitet werden die Arbeiten dort vom Tischlermeister Matthias Hoeser. Er selbst wechselte vor fünf Jahren aus einem großen Unternehmen in die Hermann Jülich Werkgemeinschaft. Seiner Aussage nach hätte er keine bessere Entscheidung treffen können. Sind es doch diese herzlichen, offenen und ehrlichen Menschen, die einem jede Menge von dem geben was man im Leben braucht, nämlich die Bestätigung etwas Gutes und richtiges zu tun.

Die Kötheler Einrichtung gibt es bereits seit über dreißig Jahren, nur kaum einer nimmt sie wirklich wahr. Dies mag daran liegen, dass sie etwas versteckt im Lauenburgíschen Teil des Ortes gelegen ist. Wobei sich weder die Bewohner, noch die Angestellten verstecken müssen. Was sie am heutigen Tage wieder auf die Beine gestellt haben ist wirklich imposant und verdient größten Respekt.

(FloB)

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Trittau online Redaktion.
Quelle: https://www.facebook.com/Trittauonline/posts/2112720568963713

Video über den 14. Hermann Jülich Lauf der Trittau Online Redaktion.

Eine Veranstaltung, bei der es gut lief.

Der Hermann Jülich Lauf geht am 2. Juni um 10.00 Uhr in seine 14. Runde. Auch dieses Jahr findet er am LebensOrt Köthel wieder im Rahmen eines großen Frühlingsfestes statt, das anschließend mit vielen Attraktionen lockt:
• Aktionen für Kinder
• Reiten für Groß und Klein
• Grill­ und Salatstation
• Kaffee­/Kuchenbuffet
• Verkauf aus den Werkstätten
• Live-Musik
• Jungpflanzenverkauf
… und vieles mehr.

Hier finden Sie die Siegerlisten 2018.

Jungpflanzenverkauf – Gemüse und Blumen

Pflanzenverkauf in Köthel: Wer nicht bis zum Frühlingsfest am 2.6.2018 warten möchte, kann jetzt schon jeweils am Freitag, den 25.5. und 1.6., Pflanzen bei uns in Köthel erwerben. Kommen Sie gern zu den Ladenöffnungszeiten – Freitag nachmittag von 15.00 – 18.00 Uhr – vorbei und schauen Sie sich schon einmal um. Wir freuen uns über ihren Besuch.

Wie Tiere Therapeuten unterstützen.

In Ahrensburg entsteht eine neue Werkstatt für behinderte Menschen.
Ihre Therapeuten sind unter anderem zwei Esel und vier Pferde.


 

Auszug aus dem Hamburger Abendblatt vom 10. Februar 2018.
Grete kann kein Abschlusszeugnis im Fach Heilerziehungspflege vorweisen. Sie kennt weder medizinische Fachbegriffe noch hat sie sich jemals mit den Merkmalen von Psychosen auseinandergesetzt. Und trotzdem hilft Grete Menschen, die geistig, körperlich und psychisch beeinträchtigt sind – und zwar als tierische Therapeutin.

Grete ist eine acht Jahre alte Eseldame, die auf Gut Wulfsdorf in Ahrensburg aufgewachsen ist. Dort, auf dem Gelände des Biohofes am Bornkampsweg, entsteht derzeit eine neue Werkstatt der Hermann Jülich Werkgemeinschaft. Die Einrichtung bietet bereits in Hamfelde/Stormarn, Köthel und an einem anderen Standort in Ahrensburg Wohn- und Arbeitsplätze für Menschen mit meist schwersten mehrfachen Behinderungen. „Viele unserer Bewohner und Beschäftigten können sich nicht auf herkömmliche Art und Weise ausdrücken“, sagt Anke Brammen, Leiterin der Werkgemeinschaft. Sie zeigen autistische Züge, sind mit dem Downsyndrom zur Welt gekommen oder schwer traumatisiert. Auf scheinbar einfache Fragen wie „Wie geht es dir?“, „Was würdest du gern machen?“ und „Wobei fühlst du dich wohl?“ antworten sie selten allgemein verständlich. Manche antworten auch gar nicht. „Diesen Menschen möchten wir trotzdem nahekommen und ihnen eine positive, individuelle Entwicklung ermöglichen“, sagt Anke Brammen. Daher fiel die Entscheidung, in der neuen Werkstatt in Ahrensburg die sogenannte tiergestützte Therapie anzubieten. Vier Pferde und zwei Esel sollen die therapeutische Arbeit ergänzen. „Und das schon allein durch ihre Anwesenheit“, sagt Brammen. Gute Erfahrung mit Tieren hat die Werkgemeinschaft bereits am Standort Köthel gemacht: Dort können Betreute eine Reittherapie machen, die das Körperbewusstsein und damit das allgemeine Wohlbefinden stärkt.

Erst lernen, dann tanzen.

Krönender Abschluss der Bildungsreise 2017

„Was ne Sause!“ (Fazit Diskobesucher)
Mittlerweile hat nicht nur die übergreifende Bildungsreise Tradition, sondern auch die jährlich stattfindende Disko. Am Freitagabend des 12.1.18 war es endlich wieder soweit. Es trafen sich alle TeilnehmerInnnen der Bildungsreise, die am 4.- 6.10.17 stattgefunden hatte, sowie die BewohnerInnen vom Lebensort Köthel zum gemeinsamen Abendessen im Saal. Die Freude über das Wiedersehen war bei allen Beteiligten groß. Nach einem reichhaltigen Abendbrot und dem Schwelgen in gemeinsamen Erlebnissen der Reise im  letzten Oktober wurde das Licht gedimmt, die Diskokugel angeschaltet und die Musik laut aufgedreht. Gemeinsam wurde getanzt, gesungen und gelacht.
Energetisiert von der guten Stimmung und dank der guten DJanes aus Thorsmoerk war die Tanzfläche nie leer und es wurde bis zum Ende Vollgas gegeben.

Gruppenbild Teilnehmer


Teilnehmer der Bildungsreise 2017

Auszeichnung für den TSV Trittau

Die Leichtathletik-Sparte des TSV Trittau wurde beim Stern des Sports ausgezeichnet: Nach ihrem Sieg auf lokaler Ebene erhielt sie nun für ihr Inklusionsprojekt den Stern in Silber auf Landesebene. Für den zweiten Platz gibt es 1500 Euro.

Der TSV Trittau, der sich in der Inklusionsarbeit engagiert, bietet im Rahmen der Aktion „Sport für alle“ seit Ende Mai 2016 ein vielfältiges und inklusives Leichtathletiktraining für Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren an. Menschen mit und ohne Behinderung trainieren gemeinsam. Außerdem haben sich die Leichtathletik-Sparte und die Hermann Jülich Werkgemeinschaft zusammengetan, um ein gemeinsames Athletiktraining zu starten. Mit einem vielfältigen Trainingsprogramm, das freitags auf dem Sportgelände an der Großenseer Straße stattfindet, bietet der TSV Trittau eine gemeinsame Plattform zum inklusiven und integrativen Erlebnis Sport.

Wir gratulieren zu diesem Preis und freuen uns über den Erfolg. Herzlichen Glückwunsch.

Hier geht es zu dem Artikel in den LN Online.

Bericht des Kreissportverband Stormarn e.V.

Martinsmarkt 2017

Dieses Jahr war unser Martinsmarkt am Sonntag, 5.11., wieder ein Lichtblick im trüben November. Morgens regnete es noch heftig, und der Himmel blieb den ganzen Tag bedeckt, dennoch zog es zahlreiche Besucher nach Hamfelde. Diese genossen das vielseitige Programm, leckere Köstlichkeiten und die Stände der Werkstätten mit ihrer umfangreichen Produktvielfalt. Hier einige Impressionen:

 

Die „Deutsche Welle“ zu Gast in Köthel

Seit einigen Jahren engagieren sich Bundesfreiwillige aus der ganzen Welt am LebensOrt Köthel. Aktuell leben bei uns Rafael Medina Perez aus Mexico, Alijon Qosimov aus Tadschikistan und Shahaya Shao aus Tansania. Shahaya arbeitet während seines 12-monatigen Bundesfreiwilligendienstes im Garten und lernt neben der sozialtherapeutischen Arbeit auch die Demeter-Landwirtschaft kennen. Über seine Erfahrungen schreibt er aktiv für den „Eco Africa“-Blog der Deutschen Welle¹. Ende Mai 2017 war die Deutsche Welle zu Gast bei uns am Platz Köthel, um einen kleinen Film über Shahaya, seine Arbeit und seine Aufgaben im Garten zu drehen. Den Filmbeitrag finden Sie hier.

¹Die Deutsche Welle (kurz: DW) ist der staatliche Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland und Mitglied der ARD. Die DW sendet in rund 30 Sprachen. Sie bietet Fernsehen (DW-TV), Radio und Internet (dw.com). Im Rahmen der Abteilung DW Akademie führt sie außerdem Fortbildungs- und Entwicklungshilfemaßnahmen im Medienbereich durch. Aufgrund ihres Auftrags, das Ausland zu bedienen, sendete die Deutsche Welle in Deutschland selbst nie über Ultrakurzwellen (UKW), konnte aber – bis zur weitgehenden Aufgabe der Sender – über die viel weiter reichenden Mittel- und Kurzwellen weltweit empfangen werden. (Quelle: Wikipedia)

Von links nach rechts: Rafael Medina Perez, Alijon Qosimov, Gesine Grafe (Mitarbeiterin), Shahaya Shao.

 

Wir haben ein neues Logo.

Der Anspruch an die Pflege und den Umgang mit Menschen mit Behinderung hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Anforderungen und Chancen, die z.B. WfbM und Inklusion bieten, haben auch die HJW verändert.
Das Konzept der HJW mit seinen vielseitigen Angeboten, Räume für die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen, ist in vielen Bereichen schon heute Realität. Ob beim Jülich Lauf, beim Radevent, auf den Märkten, in den Werkstätten, Häusern oder im Café, überall findet inzwischen eine lebendige Begegnungskultur statt, als täglicher Ausdruck, wie Inklusion funktionieren kann. Die Gemeinsamkeit gilt es zu betonen, nicht nur die Betreuung, sondern auch das von- und miteinander Lernen auf Augenhöhe stehen im Mittelpunkt.
„Das neue Design soll unser Anliegen stärker widerspiegeln und zukünftig alle Dienstleistungen auch optisch einheitlicher verbinden“, sagt Geschäftsführer Andreas Möhle.

Das von goodguysadvertising erarbeitete Logo zeigt ein buntes, dynamisches, kooperatives Miteinander. Durch die Begegnung vielfältiger Formen und Halbkreise werden aus Begegnungen Beziehungen, die nicht nur einen Zusammenhalt der Figur, sondern auch einen Schutz-Raum im Zentrum bilden.
Zu den Seiten löst sich die Form immer wieder auf, nach oben rechts und vorn öffnet sie sich, was zeigt, dass die Gesamteinheit Freiräume und Selbständigkeit (für die Menschen) zulässt.

Das Zeichen versinnbildlicht eine moderne komplexe Sozialgemeinschaft; mit ihm ist HJW auch visuell für die Ansprüche der Zukunft gewappnet.

Das Projekt „Inklusionszufall“ – neu mit Videobeitrag

Inklusion gehört gegenwärtig zu den gesellschaftlich, sozial- und bildungspolitisch relevanten Themen. Soll Inklusion für gesellschaftliche Transformationsprozesse sinnvoll und kritisch verwendet werden, ist nicht „Einschluss in Bestehendes“, sondern „Zusammenschluss von Vielfalt“ gemeint. Konsequenterweise führen Inklusionsprozesse zu fundamentalen Veränderungen gesellschaftlicher und speziell auch institutioneller Gefüge; sie brechen vor allem die herkömmliche, normierende Logik auf, die sich auf Faktoren wie Erwerbsarbeit und Leistungsfähigkeit konzentriert. Ebenso besteht in Institutionen Unsicherheit darüber, wie sich der Inklusionsanspruch unter derzeitigen Voraussetzungen überhaupt verwirklichen lässt bzw. welche Bedingungen dafür zu schaffen sind.

Der Einsatz künstlerischer Intervention – so die Ausgangsthese – eignet sich in besonderem Maße für die Entwicklung und Erprobung inklusiver Begegnungen. Um grundlegende Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit zu sammeln und um uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen durch die Mittel der Kunst zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund fand ein Projekt mit dem Namen „Inklusionszufall“ statt, bei dem die Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen inklusiven Atelierarbeit genauer erkundet und  miteinander erprobt sowie Räume geschaffen wurden, die Inklusion in der Praxis möglich machen.