In Gegensätzen miteinander - Beziehung im Sozialen pflegen

Unser 40-jähriges Jubiläum: Gebührend gefeiert.

Der Anfang

Begonnen hat alles 1977 in Hamfelde/Kr. Stormarn mit dem Kauf des von der Familie Elfenkämper aufgegebenen Gutshofes. Kurz darauf konnte auch ein brach liegender Alpenveilchen-Zuchtbetrieb in Köthel/Hzgt. Lauenburg erworben werden. An beiden Orten fand eine Initiative von Lehrern und Eltern aus dem Friedrich-Robbe-Institut ein neues Zuhause für die jungen Menschen mit Behinderungen. Diese waren der heilpädagogischen Schulbetreuung entwachsen und suchten einen Lebensrahmen außerhalb des Elternhauses. An den mittlerweile 3 LebensOrten Hamfelde, Köthel und Ahrensburg/Wulfsdorf leben und arbeiten heute 116 betreute Menschen. Rund 170 MitarbeiterInnen sind hier beschäftigt.
40 Jahre – Anlass genug, um zu feiern! Am Freitag, den 8. September 2017, beging die Hermann Jülich Werkgemeinschaft e.V. dieses Jubiläum mit einem großen Fest.

Die „Deutsche Welle“ zu Gast in Köthel

Seit einigen Jahren engagieren sich Bundesfreiwillige aus der ganzen Welt am LebensOrt Köthel. Aktuell leben bei uns Rafael Medina Perez aus Mexico, Alijon Qosimov aus Tadschikistan und Shahaya Shao aus Tansania. Shahaya arbeitet während seines 12-monatigen Bundesfreiwilligendienstes im Garten und lernt neben der sozialtherapeutischen Arbeit auch die Demeter-Landwirtschaft kennen. Über seine Erfahrungen schreibt er aktiv für den „Eco Africa“-Blog der Deutschen Welle¹. Ende Mai 2017 war die Deutsche Welle zu Gast bei uns am Platz Köthel, um einen kleinen Film über Shahaya, seine Arbeit und seine Aufgaben im Garten zu drehen. Den Filmbeitrag finden Sie hier.

¹Die Deutsche Welle (kurz: DW) ist der staatliche Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland und Mitglied der ARD. Die DW sendet in rund 30 Sprachen. Sie bietet Fernsehen (DW-TV), Radio und Internet (dw.com). Im Rahmen der Abteilung DW Akademie führt sie außerdem Fortbildungs- und Entwicklungshilfemaßnahmen im Medienbereich durch. Aufgrund ihres Auftrags, das Ausland zu bedienen, sendete die Deutsche Welle in Deutschland selbst nie über Ultrakurzwellen (UKW), konnte aber – bis zur weitgehenden Aufgabe der Sender – über die viel weiter reichenden Mittel- und Kurzwellen weltweit empfangen werden. (Quelle: Wikipedia)

Von links nach rechts: Rafael Medina Perez, Alijon Qosimov, Gesine Grafe (Mitarbeiterin), Shahaya Shao.

 

Wir haben ein neues Logo.

Der Anspruch an die Pflege und den Umgang mit Menschen mit Behinderung hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die Anforderungen und Chancen, die z.B. WfbM und Inklusion bieten, haben auch die HJW verändert.
Das Konzept der HJW mit seinen vielseitigen Angeboten, Räume für die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen, ist in vielen Bereichen schon heute Realität. Ob beim Jülich Lauf, beim Radevent, auf den Märkten, in den Werkstätten, Häusern oder im Café, überall findet inzwischen eine lebendige Begegnungskultur statt, als täglicher Ausdruck, wie Inklusion funktionieren kann. Die Gemeinsamkeit gilt es zu betonen, nicht nur die Betreuung, sondern auch das von- und miteinander Lernen auf Augenhöhe stehen im Mittelpunkt.
„Das neue Design soll unser Anliegen stärker widerspiegeln und zukünftig alle Dienstleistungen auch optisch einheitlicher verbinden“, sagt Geschäftsführer Andreas Möhle.

Das von goodguysadvertising erarbeitete Logo zeigt ein buntes, dynamisches, kooperatives Miteinander. Durch die Begegnung vielfältiger Formen und Halbkreise werden aus Begegnungen Beziehungen, die nicht nur einen Zusammenhalt der Figur, sondern auch einen Schutz-Raum im Zentrum bilden.
Zu den Seiten löst sich die Form immer wieder auf, nach oben rechts und vorn öffnet sie sich, was zeigt, dass die Gesamteinheit Freiräume und Selbständigkeit (für die Menschen) zulässt.

Das Zeichen versinnbildlicht eine moderne komplexe Sozialgemeinschaft; mit ihm ist HJW auch visuell für die Ansprüche der Zukunft gewappnet.

Hermann Jülich Lauf 2017

 

Pflanzen wachsen. Menschen wachsen über sich hinaus.

Gut 400 Läufer haben unser Lauf -Vergnügen wieder genutzt, um auch dieses Jahr Ihre Fitness zu testen. Das Wetter spielte mit und die wunderschöne Laufstrecke leuchtete in frühlingshaftem Hellgrün.
Aber auch unsere Jungpflanzen standen, wie versprochen, auf der Wiese Spalier und gingen für Gemüse-, Kräuterbeet oder den Blumenbalkon weg wie „warme Semmeln“. Die Gärtnerei bedankt sich für ein tolles Plus in der Kasse.
Zudem konnten Produkte der anderen Werkstätten besichtigt und erworben werden. Das vielseitige Rahmenprogramm mit Spiel, Reiten und Musik sowie abwechslungsreichen kulinarischen Genüssen lud auch Nichtläufer zum Verweilen ein. Für alle freiwilligen und zupackenden Helfer gab es zum Abschluss zwar dann doch etwas Regen, aber unter dem Zelt versammelt war das fein marinierte Grillgut besonders schmackhaft und ein sehr netter Ausklang des Festes.

 

Das Projekt „Inklusionszufall“ – neu mit Videobeitrag

Inklusion gehört gegenwärtig zu den gesellschaftlich, sozial- und bildungspolitisch relevanten Themen. Soll Inklusion für gesellschaftliche Transformationsprozesse sinnvoll und kritisch verwendet werden, ist nicht „Einschluss in Bestehendes“, sondern „Zusammenschluss von Vielfalt“ gemeint. Konsequenterweise führen Inklusionsprozesse zu fundamentalen Veränderungen gesellschaftlicher und speziell auch institutioneller Gefüge; sie brechen vor allem die herkömmliche, normierende Logik auf, die sich auf Faktoren wie Erwerbsarbeit und Leistungsfähigkeit konzentriert. Ebenso besteht in Institutionen Unsicherheit darüber, wie sich der Inklusionsanspruch unter derzeitigen Voraussetzungen überhaupt verwirklichen lässt bzw. welche Bedingungen dafür zu schaffen sind.

Der Einsatz künstlerischer Intervention – so die Ausgangsthese – eignet sich in besonderem Maße für die Entwicklung und Erprobung inklusiver Begegnungen. Um grundlegende Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit zu sammeln und um uneingeschränkte Teilhabe aller Menschen durch die Mittel der Kunst zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund fand ein Projekt mit dem Namen „Inklusionszufall“ statt, bei dem die Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen inklusiven Atelierarbeit genauer erkundet und  miteinander erprobt sowie Räume geschaffen wurden, die Inklusion in der Praxis möglich machen.

Alles lief gut. Beim Trittau RUN am 1.5.17.

Hamfelder (im Team „Sport für alle“ im TSV Trittau) und Kötheler (im Team „Kötheler Laufgruppe“)  Mitarbeiter und Betreute nahmen erneut am Volkslauf „Trittau RUN für Jedermann 2017“ mit insgesamt 630 Teilnehmern am 1. Mai 2017 teil und besetzten wie im vorigen Jahr wieder die vordersten Plätze in unterschiedlichen Kategorien.
Schnellste Frau auf 5 km war Nadja Lellau von der Kötheler Laufgruppe und mit 20:01 Min. Dritte von insgesamt 223 Läufern auf dieser Strecke.

Rad Event 2017 in Hamfelde

Unser Rad Event war trotz schlechten Wetters wieder ein echtes Highlight. Wer nicht dabei sein konnte, findet in der Galerie ein paar aktuelle Bilder.

„Zum sechsten Mal starteten beim Radrennen in Hamfelde Menschen mit und ohne Behinderungen. Und dabei geht es nicht in erster Linie um den Sieg, sondern ums Dabeisein.“

„Inklusion braucht Aktion“ sagten sich Anke Brammen, Leiterin am Einrichtungsplatz Hamfelde, und Andreas Gosch, Teamleiter der Radprofis vom „Team Hamfelder Hof“. So riefen sie vor sechs Jahren die inklusive Radveranstaltung „Rund um Hamfelde“ ins Leben, die ganz neue Maßstäbe für gelebte Inklusion setzt.

Meine BFD-Zeit in Köthel. Von Alex Huffman.


Alex Huffmann, BFDler von 8/2015 bis 1/2017

Mir war schon immer bewusst, dass ich ein Jahr von meiner Jugend in Deutschland verbringen möchte. Ich komme aus Ungarn, aber ich habe Verwandte in Deutschland und in den USA. Eine Freundin von mir aus Deutschland hat mir über die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners erzählt und wie ich ein Jahr in Deutschland ein Freiwilligendienst (BFD) machen könnte. Ich habe mich beworben und als es soweit war, habe ich mir Köthel unter anderem auch als mögliche Einsatzstelle ausgesucht. Aus Köthel habe ich das “Okay” bekommen, und im Mai wusste ich, wo es ab August weiter geht.
Mitte August bin ich nach Deutschland gereist, erst nach Frankfurt zum Seminar, dann weiter nach Hamburg. In Köthel wurde ich von allen ganz herzlich begrüßt und ich habe mich vom ersten Tag zuhause gefühlt.