In Gegensätzen miteinander - Beziehung im Sozialen pflegen

Nicht nur bis zuletzt würdig leben, sondern auch sterben.

40 Mitarbeiter der Behindertenhilfe ermöglichen ein Sterben im Zuhause.
Diese Menschen gehen in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen oft unter: Personen mit geistiger Behinderung. Der Hospizverein Ahrensburg nimmt sie in den Blick. So entstand im vergangenen Jahr mit Hilfe der NDR Benefiz Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland 2016“ eine Kooperation mit folgenden Lebens- und Betreuungsorten von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen: Stormarner Wegen „Haus Gartenholz“, Wohnhaus Ahrensburg der Alsterdorf Assistenz Ost und dem Haus Apfelstern der Hermann Jülich Werkgemeinschaft e.V. in Hamfelde.
Ziel der Vereinbarung war und ist es, Bewohnerinnen und Bewohnern ein Leben bis zuletzt dort zu ermöglichen, wo sie schon viele Jahre zu Hause sind. Hier werden sie in ihren Bedürfnissen verstanden und im Alltag unterstützt.
Um eine qualitative Versorgung und Begleitung auch am Lebensende erreichen zu können, sind vier Schritte notwendig: die Ausbildung der Mitarbeiter in der palliativen Versorgung, die Ausbildung der Hospizmitarbeiter in der Sterbe- und Trauerbegleitung von Menschen mit Behinderungen sowie die Supervision und Begleitung beider Gruppen. Ein weiteres Ziel ist die Vernetzung unter den Häusern. Somit können sie sich gegenseitig fachlich unterstützen und Ressourcen optimal nutzen.
Die ersten Schritte sind bereits gemacht: Mehr als 40 Mitarbeiter aus den drei Häusern und vom Hospizverein Ahrensburg haben in 5 Tagen erstes Wissen, spezielle Fertigkeiten und die notwendige Haltung zur palliativen Begleitung erhalten. Diese Weiterbildung ist speziell auf die Struktur und den Bedarf der Behindertenhilfe entwickelt worden und entspricht den Anforderungen des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes e.V. sowie der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.
Mit Hilfe der großzügigen und gleichzeitig notwendigen Unterstützung des NDR kann nun nicht nur die Qualität, sondern auch die Nachhaltigkeit des Projektes gesichert werden. Somit absolvieren nun im zweiten Schritt 22 Personen weitere 3 Wochen. Mit ihrem Abschluss im Februar 2019 entsprechen sie den gesetzlichen Anforderungen zur beratenden Palliativkraft. Ihre Aufgabe wird es sein, Bewohner, ihre Angehörigen, gesetzliche Betreuer und Kollegen in den einzelnen Wohnformen zu unterstützen, zu beraten und durch eine vorausschauende Planung eine ungewollte Krankenhauseinweisung zu vermeiden.
Ebenso werden sie eine koordinierende Rolle bei der internen und externen Netzwerkarbeit einnehmen.

Die Einrichtungen der Behindertenhilfe machen sich auf den Weg. Dazu benötigt es Personen, die mitgehen möchten. Fach- und Hilfskräfte sind jederzeit willkommen.

Marian te Booy van der Maten

Die Absolventen aus den Einrichtungen und vom Hospizverein Ahrensburg nach der Übergabe der Zertifikate für die Basisausbildung durch den Vorstand des Hospizvereins.

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